Archiv für 2006

Schreckliche Plattencover

Viel passiert zum Jahresende meistens nicht. In der deutschen Politik erleben wie gerade ein Berliner C-Movie à la good cop versus bad cop mit schlechten und noch schlechteren Politikern und Grüßaugusten. Wir brauchen nicht weitere der Wirtschaft genehme Reformen, wenn dann brauchen wir eine Reform der Demokratie, die so recht keine mehr ist, eigentlich brauchen wir eine Revolution!
Also wie gesagt, außer dem üblichen Schmarrn passiert nicht viel, deshalb gibt’s hier heute mal etwas sehr seichtes und oberflächliches: schreckliche Plattencover. Das Thema hatte ich zwar schon hier und hier aufgegriffen, nun habe ich aber nach längerer Zeit wieder einmal gokudo.co.jp besucht und da sind mir doch einige obskure Cover aufgefallen.

Und da es recht viele Bilder sind, geht’s ausnahmsweise nach dem Klick weiter.


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Allgemeines Rumgenöle und Gemotze zum Jahresende

Warum gibt’s eigentlich immer wieder Webseiten, die mir den Zugriff verweigern, nur weil ich den Useragent meines Browsers geändert habe?

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Wollen die keine Besucher haben?


Als Atheist hat man an Weihnachten ja genug freie Zeit. Und schaut man sich mal an, was angeblich so die Top-Blogs Deutschlands sind, kommt bestenfalls gepflegte Langeweile auf. Ja, ich habe mal hier und da in die Listen geschaut. Ok, Dr. Web, das ich noch aus der Internetsteinzeit und Vorblogzeiten kenne, und das Photoshopblog sind wohl die Ausnahmen, da ich diese thematisch z.T. recht interessant finde. Die besseren Blogs tauchen kaum oder gar nicht unter den Top 100 auf. Na ja, das Bildphänomen.


Und wo ich gerade das immer lesenswerte und informative Blog von Herrn Raven erwähne (Weihnachten hat mich irgendwie verweichlicht…diese ganzen Komplimente), seinem Codex Corvus muß ich doch in mindestens einem Punkt widersprechen.

Schalte alle Statistiken, die Informationen zur Resonanz deines Weblogs abgeben, aus oder registriere sie äußerst sparsam.

Als Statistikfreak finde ich ja fast nichts spannender als eine Auswertung der Logfiles. Zwecks Vergleichbarkeit sollte man nur beim gleichen Auswertungsprogramm bleiben.


Ich möchte bitte zum Jahreswechsel von all den überflüssigen Jahresrückblicken verschont bleiben.


Und ebenso möge mir in der Silvester-/Neujahrsnacht die Knallerei erspart bleiben. Da in schlechten Zeiten aber immer besonders viel geknallt wird, läßt das leider grausiges erwarten.


Hat Technorati eigentlich schon mal jemand gesagt, wie scheisse die Seite mit Helvetica Neue als erste im Stylesheet angegebene Schriftart aussieht?


Das Internet ist toll. Früher konnte ich nur die Nachbarn nicht leiden, heute hasse ich Menschen aus aller Welt.


Wieso habe ich eigentlich erst gestern erfahren, daß Ruth Brown schon am 17. 11. 2006 gestorben ist. Im Gegensatz zu James Brown war das eine Sängerin, von der ich wirklich ein Fan war (ich habe sogar das obskure von Swamp Dogg produzierte Ichiban-Album Brown, Black & Beautiful). Spätestens seit ihrer Live-Version von Always On My Mind (den Song von Willie Nelson hatten auch mal die mehr als überflüssigen Pet Shop Boys verunstaltet) vom 88er Album Have A Good Time, war für mich klar Ruth tells the truth. Wer sich ein wenig mit der Geschichte von Black Music und R&B (als das noch für Rhythm & Blues stand und nicht für Black “Arschwackel-Titten” Pop) auseinandersetzt, weiß auch, daß Atlantic Records auch gern als the house that Ruth built bezeichnet wird. Ironie der Geschichte, knapp einem Monat nach Ruth Brown verstarb auch Ahmet Ertegun.
Liebhaber schlechter Filme kennen Ruth sicherlich noch als Motormouth Maybelle in Hairspray von John Waters. Zumindest holte der Film Ruth aus der Versenkung.
Bei archive.org kann man einen Liveauftritt von anno 1955 sehen im Rahmen des Films Rhythm and Blues Revue.


Und hier noch was zum Freuen für 2007. Mosaic Records will u.a. McCoy Tyners Cosmos wiederveröffentlichen. Ich hoffe, im Gegensatz zu den unsäglichen Blue Note-Reissues ohne Kopierschutz.

SCHEDULED RELEASES

January 2007

Mosaic Selects
Mosaic Select: McCoy Tyner (3 CDs)
This set contains all six sessions recorded by Tyner for Blue Note between August 1968 and September 1970. This includes “Expansions,” “Extension,” “Asante” and three sessions not issued at the time which later appeared on the double album “Cosmos.” This was one of Tyner’s most overlooked and highly creative periods.

James Brown, Roger, Full Force, Samantha Fox und ich

Als alter Soulmusik-Fan muß ich natürlich auch noch ein paar Worte zum heutigen Ableben von James Joseph Brown, Jr. schreiben. Da ich erst Mitte der 80er Jahre Musik bewußter wahrnahm, was sich darin äußerte, daß ich mir nach und nach eine immer umfangreichere Plattensammlung zulegte, war James Brown nie wirklich im Fokus meiner musikalischen Interessen. Die 85er Hitsingle Living In America, eigentlich der erste Hit von JB, den ich seinerzeit wahrnahm, war einfach nur grausig und ich fragte mich, wer ist eigentlich dieses geschminckte, schwitzende Fossil mit zuviel Haarspray dort im Video. Nun ja, damals war ich jung, unerfahren und mein musikalischer Horizont etwas beschränkt, gab es doch kaum Zeitschriften oder Rundfunksendungen, die sich mit Black Music auseinandersetzten (die rühmliche Ausnahme war z.B. Soultrain mit Ruth Rockenschaub in Norddeutschland). Und Papa’s Got A Brand New Bag hatte ich das erste Mal auch in einer Cover-Version von Roger (Troutman) gehört.

Anno 88 fand ich James Brown dann auf einmal aber ganz töfte. Denn er hatte das Album I’m Real veröffentlicht, das so tolle Songs wie Static, Time To Get Busy oder Keep Keepin’ enthielt. Und die Produzenten dieses Albums waren die damals von mir sehr verehrten Full Force. Wie sehr ich diese Gruppe verehrte, mag der geneigte Leser daran erkennen, daß ich mir damals sogar die beiden 12″es von Samantha Fox zulegte, die Full Force produzierten. Das sind die wahren Peinlichkeiten der späten Jugend.

Aber zurück zu James Brown. Als Hip Hop Ende der 80er/Anfang der 90er endlich hip war und nicht mehr hop, wurden auch diverse alte JB Songs veröfentlicht, wie z.B. das oft gesamplete Funky Drummer. Und auch ich konnte nicht widerstehen, mir die eine oder andere 12″-Single zu kaufen. Aber im Vergleich zu anderen Soul-/Funk-Musikern, die in den 70ern ihre größten Erfolge hatten, war der Soul Brother Number One, Mr. Dynamite, the Hardest-Working Man in Show Business, Minister of The New New Super Heavy Funk, Mr. Please Please Please, The Boss bzw. the Godfather of Soul für mich immer unter ferner liefen.

Nichtsdestotrotz war James Brown einer der wenigen Musiker, die schon zu Lebzeiten zur Legende wurden. Und vielleicht schaffe ich es nun endlich, mich näher mit seinem musikalischen Werk auseinanderzusetzen.

[Die Zeichnung wurde von mushybees.com entliehen.]

Keine Atempause…

…Geschichte wird gemacht bzw. auch zu Weihnachten muß die Terrorbedrohung aufrecht erhalten werden. Schließlich läßt sich so am einfachsten die fortschreitende Abschaffung der Grundrechte, die zunehmende Überwachung und der zunehmende Staatsterrorismus rechtfertigen. Nun gibt es also angeblich eine Bedrohung, die “schwindelerregend hoch” oder vielleicht sogar “himmelhoch” sei. Letzteres passt natürlich besser zu Weihnachten (vom Himmel hoch, da komm’ ich her).

Im Artikel des Observers ist übrigens von sky high die Rede.
Das ganze klingt so schwammig wie die angeblich geplanten Flugzeuganschläge in Großbritannien im Sommer dieses Jahres. Besonders gelungen auch die folgende Aussage:

The DGSE report also mentions an al-Qaeda project for a ‘wave of attacks in an unidentified European country planned and run from Syria and Iraq’. The period of highest risk is said to be from September 2006 to April 2007.

Wozu erhalten Geheimdienste eigentlich Steuergelder, wenn die nur von einem nicht identifizierten europäischen Staat sprechen? Das kann meine Nachbarin in ihrer Glaskugel nach einer Flasche Eierlikör auch zusammenhalluzinieren. Ach ja, es geht um die Verbreitung von Angst innerhalb der europäischen Bevölkerung und um Rechtfertigungen, den Überwachungsstaat weiter auszubauen. Da haben sich die Überwachungsfanatiker aber selbst das perfekte Weihnachtsgeschenk bereitet.

If anyone says “Merry Christmas” once more, I’ll kill ‘em

Einer meiner Lieblingsfilme passt perfekt zu Weihnachten, da der Film (welch Überraschung) zur Weihnachtszeit spielt. Außerdem sind die beiden Hauptdarsteller immerfort beschäftigt, Gläser mit diversen Alkoholika zu leeren. Wohl der einzige Weg, Weihnachten ohne größere Schäden (mal von der Leber abgesehen) zu überstehen. Da fällt mir ein, ich habe noch einige Flaschen Pastis und Absinthe im Haus. Weihnachten ist gerettet!

Das Script zu The Thin Man findet der geneigte Leser hier. Und wie immer gibt’s bei filmsite.org und imdb.com mehr Infos.

In diesem Sinne: Frohe Festtage!

Linktipps

Die Berliner Zeitung beleuchtet den Einfluß der Bildzeitung bei der Kampagne gegen den derzeit wohl bekanntesten Arbeitslosen des Landes.

“Die Bild-Zeitung hat uns einen Exklusivertrag angeboten für den Tag mit Herrn Beck. Teurer Anzug, nochmal Friseur, Coaching, Limousine, alles was dazu gehört. Wir haben abgelehnt. Wir haben die gar nicht erst in die Wohnung gelassen. Am Ende lagen die vor unserer Tür und haben gefleht, was wollen Sie denn haben? Die haben uns gesagt, Henrico könnte auf einen Schlag all seine Schulden abzahlen.”


Herr Schäuble gibt ähnlich wie seinerzeit Otto Schily den altersstarrsinnigen Unbelehrbaren und plädiert erneut für eine Onlinedurchsuchungsmöglichkeit in einem Interview mit der Rheinischen Post.
Den Grund liefert er auch gleich, seine auch im Alter noch erhaltene Fähigkeit neugierig zu sein.

“Und denken Sie an den versuchten Anschlag mit Kofferbomben im Sommer - mitten in Deutschland! Solche Verbrechen offenbaren menschliche Abgründe, die ich schockierend finde. Doch genauso wie man sich die Fähigkeit bewahren muss, noch schockiert zu sein, sollte man sich die Fähigkeit bewahren, neugierig zu sein.”

Ich finde vor allem die menschlichen Abgründe, die sich in Schäubles verfassungswidrigen Bestrebungen auftun, schockierend.


Großer Beliebtheit erfreut sich derzeit dank Verlinkungen bei Tagesschau, Heise, in diversen Blogs und Foren der Bundestrojaner.


Da so ein Stück Software wie der Bundestrojaner als Weihnachtsgeschenk nicht jedermanns Sache ist, gibt’s hier noch einen Link zum Song Happy New Year (ok, als Weihnachtsgeschenk ein wenig seiner Zeit voraus). Geschrieben und gesungen von der besten lebenden Jazzsängerin Carmen Lundy, da können von Majorlabels turbogehypte blasse Blondinchen einpacken. Carmen Lundys immer noch aktuelles Doppel-Live-Album Jazz And The New Songbook, das nur aus Eigenkompositionen besteht, gibt’s übrigens zum Schnäppchenpreis von noch nicht einmal 11 Euro bei Amazon.

Jetzt den Bundestrojaner herunterladen

Seien Sie Trendsetter und laden Sie schon heute den neuen Bundestrojaner herunter und installieren ihn auf Ihren Festplatten, bevor es die deutschen Sicherheitsbehörden für Sie machen, und bevor die Installation Pflicht für jeden Bürger wird.

Auf der informativen Seite bundestrojaner.zenzizenzizenzic.de erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen.

Ein weiteres Sabine-Christiansen-Sonntagsmärchen

Man hat es schon desöfteren gehört, daß muslimische Schüler(innen) bestimmten Fächern und Klassenreisen fernbleiben sollen. Aber das ist wohl ein weiteres Sabine-Christiansen-Sonntagsmärchen, ähnlich wie die Löhne sind zu hoch, der Kündigungsschutz ist an allem schuld oder Arbeitslose sind faule Säufer.
Zumindest hat Martin Spiewak auf der Suche nach konkreten Zahlen, wieviele Schüler denn nun Sport-, Schwimm- oder Sexualkundeunterricht boykottieren, festgestellt, daß es kaum valides Zahlenmaterial gibt bzw. daß sich das Fernbleiben auf wenige beschränkt. Also so ähnlich wie im Sportunterricht in meiner Jugend, als die Erde noch eine Scheibe war und als einige Mädchen sich hin und wieder wegen Regelschmerzen entschuldigten.