Archiv für Januar, 2006

Internal Server Error

Ganz großes Kino…da ergänzt man eine Zeile in der htaccess-Datei, weil man derzeit mit Referrerspam irgendwelcher Kameraseiten zugeschüttet wird und ehe man sich’s versieht, hat man über 250 mal den Fehler 500 Internal Server Error in der Auswertung des Serverlogs.
Merke:
RewriteCond %{HTTP_REFERER} ^http://(www\.)?.*(-|.)?camera(-|.).*$ [NC,OR]
sollte auch mit einem ] beendet werden. Ohne führt es leider zu ebenjenem 500er Fehler.

der zweite Weltkrieg war nur ein akuter europäischer Bürgerkrieg

Auf dem Gebiet der Völkerverständigung blieb zunächst nahezu alles liegen, denn die europäischen Nationalstaaten waren bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts in einen schwelenden, dann akuten europäischen Bürgerkrieg verwickelt.
[...]
Der Stifter und Unternehmensgründer Robert Bosch (1861 1942) stand in der Zeit zwischen den Weltkriegen mit seinem Plädoyer für eine Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich und mit seinen Aufwendungen für dieses Ziel in seinen Kreisen weithin auf verlorenem Posten. In seiner Vision einer guten Zusammenarbeit zwischen den Nachbarn am Rhein wurden schon in den 20er-Jahren die Umrisse einer europäischen Ordnung sichtbar, an die sich dann die geistigen Väter der Europäischen Union mühsam herantasteten. Mit dem Ende des europäischen Bürgerkriegs setzte dann auch die Konjunktur grenzüberschreitenden Stiftungshandelns ein.

Das nenne ich doch mal kreatives Neusprech, das Peter Theiner, Bereichsleiter Völkerverständigung bei der Robert Bosch Stiftung, von sich gibt. Aber wenn man die Beteiligungen des Stiftungsgründers Robert Bosch an Hitlers Machtergreifung und den Gewinn des Bosch-Konzerns während dieser Zeit berücksichtigt, dann ist verständlich, daß Herr Theiner von einem akuten europäischen Bürgerkrieg als Syonym für den II. Weltkrieg spricht.

öffentliche Verwaltung ins Ausland verlagern

Im Vereinigten Königreich ist man neoliberalen Konzepten immer sehr aufgeschlossen gegenüber. Sei es nun, daß Bertelsmann als Arvato einen Großteil der Verwaltung der britischen Gemeinde East Riding of Yorkshire übernommen hat, oder daß nun Teile des Department For Work And Pensions (DWP) am besten gleich ins Ausland verlagert werden sollen. Diese Pläne wurden natürlich umgehend von einem Sprecher des DWP dementiert.
Die ZAF meint, man sollte diese Vorschläge ruhig zu Ende denken und schon jetzt damit anfangen, Regierungs- und Ministerjobs ins Ausland verlagern z.B. nach Burkina-Faso. Dort sind die Arbeitskräfte noch billig und der deutsche Steuerzahler spart Millionen Euro. Zukünftig können dann auch Jobs in der EU-Kommission, im -Rat und -Parlament ausgelagert werden. Größere Schäden mangels durch Inkompetenz sind kaum zu befürchten.

Stuten im Internet

Manche Wörter sind doppeldeutig, obwohl man es gar nicht erwartet. Wenn Sie zum Beispiel im Internet nach „Stuten“ suchen, werden Sie auch einige Pornoseiten finden. Viele ungewöhnliche Sexualpraktiken haben Codenamen, die eigentlich ganz harmlos klingen. Nur Insider würden hinter dem Suchbegriff „BroSis“ (eine bekannte Popgruppe) Webseiten über Inzest erwarten. Vor allem bei der Bildersuche tauchen bei entsprechenden Begriffen eindeutige Fotos auf.

Die überaus internetkompetente Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (das ist Anstalt, auf deren Startseite man gleich mit Für die Anzeige der LfM-Navigation muss JavaScript aktiviert sein. begrüßt wird) gibt in der Broschüre 12 goldene Suchmaschinen-Regeln wertvolle Tips, wie man endlich mal richtige Pornoseiten im Internet findet und klärt auf, was man dabei bisher so falsch gemacht hat. Wie gut, daß bei der LfM lauter Insider sitzen.
Ganz schlimm sind auch Internetseiten aus den USA, die u.U. in den Suchergebnissen auftauchen können.

Ein großer Teil der Inhalte des Internet stammt aus den USA. Da in den USA freie Meinungsäußerung als eines der höchsten Güter angesehen wird, egal um welche Meinung es sich handelt, finden sich dementsprechend auch viele Angebote mit rassistischen, antsemitischen und volksverhetzenden Inhalten im Netz, die nach deutschem Recht illegal sind. Im weltumspannenden Internet ist die Durchsetzung dieser Gesetze jedoch schwierig.

Das geht natürlich nicht, daß deutsche Gesetze in den USA einfach so mißachtet werden und nicht durchgesetzt werden können. Wo kämen wir dahin, wenn es auch in Deutschland eine freie Meinungsäußerung gäbe? Aber die Landesanstalt für Medien NRW und fragwürdige Programme wie das Safer Internet Programm der Europäischen Union werden schon dafür sorgen, daß nach und nach immer mehr Inhalte einfach wegzensiert werden und bei Suchanfragen unter google.de, yahoo.de oder msn.de gar nicht mehr auftauchen. Zukünftig dürfen dann auch Erwachsenen nur noch mit der Netnanny surfen. Also schnell noch mal nach Stuten, Brosis, Hengste, K9, FF, TT, PP, AV, OV, NS usw. suchen. Und ruhig ein &safe=off an die Suchanfrage anhängen.

[via netzpolitik.org]

Schäuble droht mit Terroranschlag

[Schäuble:] Tatsächlich läßt die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen oder schmutzigem Material die Gefahr wachsen, daß wir mit solchen Bedrohungen durch den internationalen Terrorismus rechnen müssen. Die Frage ist wohl nicht mehr, ob es einen Anschlag mit einer schmutzigen Bombe geben wird, sondern die Frage ist, wann und wo es ihn geben wird. Wir müssen diese Bedrohungen sehr ernst nehmen.

Gibt es entsprechende Hinweise auf Pläne für Anschläge mit solchen Bomben auch bei uns?

Schäuble: Daß in Kreisen terroristischer Aggressoren - das weiß man, aus vielem, was man im Internet und sonstwo abfangen kann - solche mehr oder weniger perversen Überlegungen angestellt werden, ist leider nicht von der Hand zu weisen.

Im Internet, Herr Schäuble, liest man so einiges an Verschwörungstheorien und Hirngespinsten wie z.B. Interviews mit Bundesinnenminstern. Im Internet liest man allerdings auch, daß es z.B. gar keine Terrorgruppen wie Al-Kaida gäbe, sondern daß westliche Geheimdienste dahintersteckten.
Die immer wieder beliebten kryptischen Drohungen ohne konkrete Gefahrenhinweise, die nur dazu dienen sollen, die Grundrechte weiter einzuschränken oder in diesem Fall den Einsatz der Bundeswehr im Inneren vorzubereiten, lassen eher die Frage offen, inwiefern es nicht eventuell Politiker wie Herr Schäuble sind, die Anschläge vorbereiten.

Deutschtests für alle

Rüttgers sagte in der Bild am Sonntag, seine Partei wolle “einen obligatorischen Sprachtest aller Kinder mit vier Jahren einführen”. Es müsse dafür gesorgt werden, “dass alle Kinder, die in die Schule kommen, ordentlich Deutsch können”.
[Friedbert Pflüger] betonte, jeder, der sich in Deutschland behaupten wolle, müsse gut Deutsch sprechen.

Und wenn die lieben Kleinen im Erwachsenenalter immer noch nicht ordentlich Deutsch können, dann werden sie halt bayerischer Ministerpräsident so wie Herr Stoiber. Und wenn sie Probleme mit der Prozentrechnung und brutto und netto haben, können sie immer noch Bundeskanzlerin werden. Dies setzt aber voraus, daß man das Grundgesetz nicht kennt. Deshalb fordert die ZAF ab sofort Deutsch-, Rechen- und Gesinnungstests für alle Politiker.

1&1 und der Konjunktiv in der heutigen Zeit

In die Ecke gedrängte Kunden? Davon will das Unternehmen nichts wissen. “Da wird auch manches falsch verstanden. Sie wissen, heute ist es schon schwierig, einem Menschen zu erklären, wie der Konjunktiv eigentlich gebildet wird, und ich glaube, das sind größtenteils Missverständnisse”, sagt 1&1-Mann Frenzel.

Könnte es etwas ungeheuerlicheres geben als Kunden, die eine vertraglich vereinbarte Leistung nützten? Das Angebot von Providern wie 1&1 ist in diesem Fall wohl eher ein irreales, was sich jemand wünscht oder vorstellt, was wahrscheinlich nicht Wirklichkeit wird oder nur unter bestimmten Bedingungen möglich wäre.

Agent provocateur

Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) arbeitet im Auftrag der Filmbranche und der Entertainmentsoftware-Industrie. Sie trägt im Netzwerk der internationalen Antipiraterie-Organisationen der MPA (Motion Picture Association) dazu bei, geistiges Eigentum zu schützen, die Verbreitung von Raubkopien einzudämmen und den durch sie entstehenden wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen.

Die GVU hat sich u.U. als Agent provocateur betätigt und wird nun selbst verfolgt.
Also an alle Nachwuchsspitzel da draussen, schnell melden! Wo? Am besten bei der GVU selbst (die Kontaktdaten finden sich hier - leider ist die GVU-Webseite derzeit nicht erreichbar, deshalb die Links auf den Googlecache):

Die GVU sammelt alle Hinweise über Raubkopien und Piraterie. Wenn Sie vor allem zu den folgenden Bereichen Kenntnisse haben, freuen wir uns über eine Nachricht per Email, Fax oder Telefon! Die GVU schätzt Ihre Mitarbeit und geht jedem Hinweis nach.