Weihnachtsbäume, Shikimik-Säure und Shikimisäure

Wir alle wissen, daß in diesen harten und rauhen Zeiten auch der sogenannte wahre und echte Journalist nicht mehr recherchiert. Warum auch? Bekommt er doch tagtäglich viele tolle Meldungen aus diversen Nachrichtenagenturen geliefert. Sofern es sich nicht gerade um innenpolitische Meldungen handelt, sind dies offenbar meist schnell von Praktikanten übersetze Artikel aus dem Englischen.
Beim Medblog las ich gerade einen Artikel über die Wiederverwertung alter Weihnachtsbäume. Dort wird aus einer taz/AFP-Meldung zitiert:

Die Pharmafirma will aus Tannennadeln Shikimik-Säure gewinnen, die Hauptbestandteil des Grippemittels Oseltamivir beziehungsweise Tamiflu ist. Derzeit sei Shikimik nur in kleinen Mengen zu erhalten, sagte Kiecken.

Shikimik-Säure und Shikimik? Das klingt nach Schickimicki, Hokuspokus, Klimbim und Klamauk. Sucht man im Internet nach Shikimik-Säure kann man sehr schön sehen, daß alle nur diese AFP-Meldung zitieren. Im Deutschen heißt die 3,4,5-Trihydroxy-1-cyclohexencarbonsäure Shikimisäure und die Salze Shikimate. Im Englischen hingegen shikimic acid. Hätte sich nur der Praktikant bei AFP die Mühe gemacht, bei der Übersetzung kurz bei LEO nachzuschauen.

2 Kommentare

  1. Mela  am 10/1/06 um 02:31

    Ach was.. Recherche ist völlig überbewertet ;-)

  2. | | | z e n z i z e n z i z e n z i c   a r m e e   f r a k t i o n |   am 13/1/06 um 00:21

    [...] Weihnachtsbäume, Shikimik-Säure und Shikimisäure [...]

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