nachgeplappert

Die Zwischenmahlzeit für Kinder liefert wichtige Nährstoffe, heißt es in der Werbung. Wirklich? Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat nachgerechnet. Will ein neunjähriges Kind seinen Kalziumbedarf tatsächlich mit dem 29-Cent-Produkt von Ferrero decken, muss er [sic!] 17 Schnitten am Tag essen. Gleichzeitig nähme er dann aber 40 Zuckerwürfel und eine halbes Paket Butter zu sich.

Wie war das neulich mit den Recherchen durch Journalisten? Oft wird einfach nur etwas nachgeplappert. So auch hier. Grundsätzlich stimmt der Beitrag in der taz, nur leider nicht im Detail.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt als Referenzwert für den Tagesbedarf eines Kindes von 7 bis unter 10 Jahren für Calcium 900mg an. Glauben wir einmal dem Hersteller der Milchschnitte, was die Nährwertangaben seines Produktes betrifft, so hat eine Milchschnitte ein Gewicht von 28g. Pro 100g sind 207 mg Calcium enthalten und 26,5g Fett bzw. 7,42 g Fett/Stück.
In einer Milchschnitte sind also 57,96 mg Calcium. Bei einem Tagesbedarf von 900 mg müsste ein neunjähriges Kind 15,53 Stück essen. Diese 15,53 Stück enthalten 115,23g Fett. Butter enthält 80% Fett, demnach sind 115,23g reines Fett in 144,04 g Butter enthalten. Ein handelsübliches Paket Butter wiegt 250g. Ein halbes also 125g. Man sieht, die Rechnung von Foodwatch stimmt hinten und vorne nicht. Da Ferrero nur den Kohlenhydratanteil aber nicht den Anteil von Saccharose angibt, verzichte ich auf eine Nachrechnung des Zuckeranteils. Essen werde ich dieses Erzeugnis trotzdem nicht.

2 Kommentare

  1. bioloche  am 14/1/06 um 19:34

    Zu den Kohlehydraten: Bis auf das bisschen braune Zeug aussenrum müssten die Kohlenhydrate tatsächlich Zucker sein. Das wären dann 9,4g/Stück mal 15.53 Stück, also etwa 145g. Das Gehirn braucht täglich etwa 100g reine Glucose, also ist die Milchschnitte zumindest an dem Punkt brauchbar.

    Mit so viel Fett wundert es mich allerdings, dass da überhaupt so was wie Verdauung stattfindet …

    Fressen werd ich nix davon.

  2. zenzizenzizenzic  am 15/1/06 um 10:02

    Immerhin sollen da auch Weizenmehl und -kleie enthalten sein, die überwiegend Stärke und andere Polysaccharide enthalten. Milch enthält Laktose und die 5% Honig sind eh ein Mischmasch verschiedener Zucker. Die zum Vergleich herangezogenen Zuckerwürfel bestehen aus Saccharose, so daß insgesamt ein Gleichsetzen von 33,6% Kohlenhydraten in der Milchschnitte mit 33,6% Zucker/Saccharose fragwürdig ist.

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