Die Forderung, Kaliningrad zur Freihandelszone zu deklarieren, versah der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Wilfried Böhm bereits 1993 mit weitergehenden Vorstellungen. Man dürfe eine “deutsche Teilidentität” für “Königsberg” beanspruchen, erklärte Böhm und erwog eine “Rückgliederung” des Gebietes an Deutschland - als 17. Bundesland. Heute steht eine Stärkung des “Deutschtums” in der russischen Stadt erneut auf der Tagesordnung. Der Ministerialdirigent im Bundesministerium des Inneren, Frank Willenberg, fordert vom Kaliningrader Gebietsgouverneur, die russische Seite solle sich an den Kosten für das Organisationszentrum der “Russlanddeutschen” beteiligen; bisher wird die “Deutschtums”-Zentrale allein von Berlin finanziert. [...] Das selbstbewusste “Deutschtum” und seine Berliner Förderer wissen sich in Kaliningrad auf dem rechten Weg. In einem kürzlich erschienenen russischsprachigen Autoatlas wird die Stadt unter ihrem früheren deutschen Namen geführt. Königsberg statt Kaliningrad - das sei “kein Druckfehler, das ist unser Standpunkt”, erklärt die zuständige Projektleiterin von “AvtoKaliningrad”, Natalja Silajewa.
Neben der Deutschtümelei ist eher eine Sonderwirtschaftszone in der russischen Exklave Oblast Kaliningrad, in der massive Steuererleichterungen gewährt werden und in der es russische Rohstoffe zu innerrussischen Billigpreisen geben soll, das Beängstigende. Da juckt es doch sicher schon vielen Managern in den Fingern, den Firmensitz kurzfristig nach OstpreußenKaliningrad zu verlagern, um mal eben die Profite zu maximieren. Danach kann man die Region dann immer noch heim ins Reich holen. Alles wird dann wieder wie es war, Twix heißt wieder Raider und M&Ms wieder Treets…
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