Die deutsche Sprache ist aber auch zu schwer. Besonders, wenn es sich um Begriffe handelt, die aus dem Lateinischen stammen wie annullieren. Das sollte man mit der EU als ganzes machen, die trotz millionenteuren Übersetzungsdiensten nicht in der Lage ist, annullieren korrekt zu schreiben.
Immerhin war noch so viel Geld übrig, um eine Website online zu bringen, in dem vorzensierte Beiträge erscheinen dürfen.
Jedenfalls erhält man nach dem Schreiben eines Beitrags, wenn man auf Versand und nicht auf Annulieren klickt, folgende Meldung:
Die Moderatoren wurden von Ihrer Nachricht in Kenntnis gesetzt. Die Nachricht wird den übrigen Konferenzteilnehmern zugänglich sein, nachdem sie von einem der Moderatoren genehmigt wurde.
Ja, das ist wahrhaft demokratische Diskussionskultur, wie man sie von den EU-Institutionen auch nicht anders erwartet hätte.
Interessiert man sich für die Datenschutzerklärung, kommen noch mehr Merkwürdigkeiten ans Tageslicht:
Weitere Informationen über die Politik der Europäischen Union zum Schutz personenbezogener Daten finden Sie unter:
Ja, unter was denn nun? Wahrscheinlich sind diese Informationen aus Datenschutzgründen so geheim, daß der Link nicht genannt werden darf? Ein Blick in den Quelltext offenbart den Fehler:
Weitere Informationen über die Politik der Europäischen Union zum Schutz personenbezogener Daten finden Sie unter:
{a href=”http://europa.eu.int/geninfo/legal_notices_de.htm#personaldata}
http://europa.eu.int/geninfo/legal_notices_de.htm#personaldata”}
[die geschweiften Klammern sind durch spitze Klammern zu ersetzen. Aus irgendeinem Grund mag die Blogsoftware Text in code-Tags nicht korrekt darstellen.]
Soviel also zur Medienkompetenz der für das Forum verantwortlichen Jose Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission, und Margot Wallström, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, zuständig für institutionelle Beziehungen und Kommunikationsstrategie.
Der Punkt Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Europas verlinkt unter Dokumente für die Diskussion übrigens auf die EU-Werbeseite für die unsägliche, neoliberale Lissabon-Strategie, die sich vor allem durch die Wahl eines widerwärtigen, menschenverachtenden Vokabulars auszeichnet:
Unterbeschäftigung, Armut und soziale Ausgrenzung verursachen gewaltige Kosten. Die Kommission schätzt die unzureichende Nutzung vorhandener Arbeitskräfte und die zusätzlichen Kosten dieser Vergeudung in der Wirtschaft (Krankheit, Kriminalität und damit verbundene Kosten) auf jährlich ein- bis zweitausend Milliarden Euro (12-20 % des BIP). Das sind Krebsgeschwüre im Herzen der europäischen Gesellschaft - eine Verschwendung von Ressourcen, die förmlich auf eine produktivere Verwendung warten.
Somit dürfte klar sein, daß man nicht wirklich an einer Diskussion interessiert ist, da Gegenstimmen als Dokumente für eine Diskussion nicht erwähnt werden.