Wie es sich für die angeblich demokratische EU gehört, wird der Vertrag von Lissabon in einem wahrhaft demokratischen Gebäude unterzeichnet.
Die Unterzeichnung der Verträge findet im Hieronymus-Kloster in Lissabon statt, einem der bedeutendsten Bauwerke Portugals. Das Kloster gilt als Symbol für die glorreiche Geschichte des Landes. In dem Kloster stehen die Sarkophage von portugiesischen Königen, Königinnen, Prinzen und Prinzessinnen.
Unpassender ging es wohl nicht? Da weiß man dann aber gleich, wohin die Reise in den neuen Neofeudalismus geht. Ein historischer Erfolg, wie ihn Angela Merkel am 12. Dezember in einer Regierungserklärung (derzeit nur als Text-Datei in einem Zip-Archiv verfügbar) formulierte, ist das nur im Sinne einer undemokratischen Entscheidung. Zu der Regierungserklärung noch ein paar Anmerkungen:
In dem Jahr der deutschen EU-Ratspräsidentschaft haben wir allen Bürgerinnen und Bürgern Europas aber noch mehr gezeigt, zum Beispiel dass Entscheidungen, die auf europäischer Ebene getroffen werden, Auswirkungen auf das Alltagsleben haben, dass das Alltagsleben ganz konkret verbessert wird. Ich denke beispielsweise an die Senkung der Roaming-Gebühren.
Ich denke da mehr an die Vorratsdatenspeicherung, Biometriedaten in Ausweispapieren oder die Lissabon-Strategie, daß hin und wieder ein paar Brosamen für die gemeine Bevölkerung z.B. in Form einer Senkung der Roaming-Gebühren als Beruhigungsmittel abfallen, damit die Bevölkerung nicht gleich merkt, wie die nationale Demokratie durch die Brüssler Bande ausgetrickst wird, erscheint da nur folgerichtig.
Ich neige jetzt wahrlich nicht zu übertriebener Euphorie. Aber ich glaube, wir können gemeinsam festhalten: Dieser Tag markiert einen historischen Erfolg für Europa, und er wird im Rückblick vielleicht einmal als eine entscheidende Wegmarke bei der Herstellung von mehr Handlungsfähigkeit in Europa angesehen werden.
Fragt sich nur, was der Preis der angeblich gesteigerten Handlungsfähigkeit ist, und ob es sich lohnt, diesen zu zahlen, indem man z.B. der EU-Bevölkerung (außer Irland) ein Referendum verwehrt.
Nach seiner Ratifizierung wird der Vertrag von Lissabon die Reihe der Vertragsreformen von Maastricht über Amsterdam und Nizza abschließen. Anders als seine Vorgänger lässt dieser Vertrag keine Fragen offen. Er holt die bei der großen Erweiterung des Jahres 2004 nicht erfolgten Reformen der Organe der Europäischen Union nach. Er nimmt die in den letzten zwei Jahren laut gewordenen Bedenken und Sorgen der Bürgerinnen und Bürger auf.
Na, wenn der neue Vertrag keine Fragen mehr offen läßt, dann braucht man auch nicht weiter darüber zu diskutieren, denn das Vertragswerk gibt ja schon alle Antworten. Das ist ein tolles Demokratieverständnis.
Inwiefern ein gerade mal mit ein wenig Sprachkosmetik aufpolierter Verfassungsvertrag als Vertrag von Lissabon die Bedenken und Sorgen der Bürger aufnimmt, das versteht wahrscheinlich auch nur Angela Merkel selbst. Nur weil man’s umbenennt und ein paar Sachen wie Flagge und Hymne streicht, ist das noch keine Berücksichtigung z.B. des Neins zur Verfassung in Frankreich und den Niederlanden.
Selbstverständlich: Mit der Unterzeichnung des Vertrages ist die Arbeit noch nicht endgültig abgeschlossen, auch in Deutschland nicht. Es folgt das Ratifizierungsverfahren im Bundesrat und in diesem Hause. Die Bundesregierung wird die dazu notwendigen Gesetzentwürfe in der nächsten Woche verabschieden. Ich wünsche mir, dass die parlamentarischen Verfahren in Deutschland bis Mitte Mai 2008 erfolgreich abgeschlossen werden können.
Sicher, Angela, die Erste, befiehlt und der Bundestag wird folgen. Sprachlich natürlich nett gemacht, den Befehl als Wunsch zu verkleiden. Wäre es aber wirklich als Wunsch gemeint, dann wäre ein “ich würde mir wünschen” bzw. “ich wünschte” passender gewesen.
Die Europäische Union wird demokratischer. Zum einen wird das Europäische Parlament gestärkt, zum anderen erhalten die nationalen Parlamente mehr Mitspracherecht in europäischen Gesetzgebungsverfahren. Bundestag und Bundesrat werden in Zukunft frühzeitig und umfassend über anstehende Gesetzesinitiativen informiert. Lehnt eine Mehrheit der nationalen Parlamente einen EU-Vorschlag ab, dann müssen sich die Organe der Europäischen Union mit diesem Votum zwingend beschäftigen. Dies kann auch dazu führen, dass der Vorschlag fallen gelassen wird.
Ha, ha, der war gut. Die EU wird demokratischer? Und deshalb scheut man ja auch ein EU-weites Referendum wie der Teufel das Weihwasser. Und wird das Europäische Parlament demnächst vielleicht so gewählt, wie es demokratischen Gepflogenheiten entspricht? Nämlich, daß jede Stimme eines Wahlberechtigten gleiches Gewicht hat?
Kommt der Bundestrojaner getarnt als Kinderschutzprogramm, den sich manche Eltern bei fragfinn.de freiwillig runterladen?
Das Weihnachtsbackwerk Stollen, das übrigens Jesus als Säugling in Windeln darstellen soll (na, dann guten Hunger!), kommt gar nicht aus Dresden, sondern aus Torgau und aus dem Drasdower Stollen wurde durch die Nuschelsachsen irgendwann Dresdner Stollen.
He claims there is firm historical evidence that a court baker called Heinrich Drasdow made a stollen at Hartenstein Castle near Torgau by in 1457 – 17 years before the cake was ever mentioned in connection with Dresden. “The Dresdners did not invent the stollen, they merely refined it,” Mr Lämmel said.
In a further insult to Dresden, the chef claims that the Saxon dialect spoken by the city’s inhabitants mumbles High German to such an extent that the original name for the cake – Drasdower Stollen – became corrupted into Dresdner Stollen. “Drasdow became Dresden over time and the stollen’s original baker was forgotten,” added Mr Lämmel, whose findings have been backed by historians.