Linktipps (Donnerstag, 15. Februar 2007)

Unsere Nahrung wird immer süßer. Schon Säuglinge werden auf süßen Karamelgeschmack konditioniert. Nicht mehr lange und Zucker ist der neue Tabak.


Mit Bush und seinen Sondertribunalen zurück ins Mittelalter. Andererseits haben die USA das Mittelalter seinerzeit eh verpasst. Da muß wohl was nachgeholt werden.


“Dieser Senat, diese Polizei und diese Justiz sind erfolgreich in der Bekämpfung von jeder Form der Kriminalität.”
Hardliner Udo Nagel ist schon toll.


Bürgerarbeit…ein weiterer Euphemismus wie z.B. Wortschöpfungen wie Ein-Euro-Job.

Bürgerarbeit hat zwei Voraussetzungen: Sie darf nicht in den regulären Arbeitsmarkt eingreifen und sie darf für die öffentlichen Kassen nicht teurer werden als die Finanzierung der Arbeitslosigkeit. Der Bürgerarbeiter hat netto kaum mehr Geld zur Verfügung, als täte er gar nichts.

Immerhin handelt es sich dabei um sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse im Gegensatz zu den rechtlich fragwürdigen Mehraufwandsentschädigungstätigkeiten. Allerdings hat man das mit dem Nichtverdrängen regulärer Beschäftigungen schon bei den Arbeitsgelegenheiten behauptet und nicht durchgehalten.


Der familienpolitische Sprecher der Union im Bundestag, Johannes Singhammer (CSU) ruft zu einer groß angelegten Werbekampagne für die Geburt von mehr Kindern in Deutschland auf. Ihn habe das schlechte Abschneiden der Bundesrepublik bei einer internationalen UNICEF-Studie über die Lage von Kindern nicht überrascht, sagte er der “Berliner Zeitung” (Donnerstagausgabe). Viel gravierender sei der Befund, dass Kinder in Deutschland immer weniger erwünscht seien und die Zahl der Geburten weiter zurückgehe. Nötig sei daher eine groß angelegte Werbekampagne, um die Menschen zum Umdenken zu bewegen. Als Namen für die Kampagne schlug Singhammer vor: “Deutschland - Kinder gehören dazu”.

Herr Singhammer hat mit sechs Kindern schon vorgeführt, wie vermehrungsfreudig man bei einem finanziell gut dotierten Job sein kann. Statt eine Geburtswerbekampagne à la Hilfswerk Mutter Kind wäre es sinnvoller, für mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft zu sorgen. Wer Niedrigstlöhne erhält, kommt damit gerade so als Einzelner durchs Leben und hat ergo kein Geld für Kinder übrig.


[Update]
Die Justiz- und Innenminister der EU wollen den Vertrag von Prüm auf die gesamte EU ausdehnen. Der “erheblichen Mehrwert” des Übereinkommens liegt nach Schäubles Worten in einem “erheblich verbesserten und effizient ausgestalteten Verfahren zum Informationsaustausch.” Das heißt, es können Superdatenbanken enstehen, die einen ungehinderten Datenaustausch der EU-Mitgliedsstaaten mit Drittstaaten ermöglichen mit allgemein undokumentierten Zugriffen auf die verbundenen Datenbanken. Wahrhaft ein wirklicher Mehrwert für das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und den Datenschutz.

3 Kommentare

  1. pascal  am 15/2/07 um 17:06

    achquatsch. die leute haben viel zu viel geld, so siehts aus!

    z.B. new york. wenn da mal stromausfall ist, funktionieren die fernseher nicht mehr, man vergnügt sich anderweitig und erhöht die bevölkerungsdichte.

    folgerung: gebt den unterschichtlern *noch* weniger geld, bis sie nichtmal mehr den strom bezahlen können (oder macht irgendwas fieses in der art des zimmerabsperrens, z.B. kein strom bei dunkelheit), dann hängen die nicht mehr die ganze zeit vor der glotze und die frau kann auch mal was anderes als bier besorgen.

    was vollkommen anderes: Hat mal endlich jemand die dringende Grundsatzrede über den “Arbeitsunabhängigen” Staat gehalten? Mir ist nämlich gestern eine wirklich nette (imo) Idee für einen entsprechenden viralen Werbeclip fürs Grundeinkommen eingefallen:

    adrette junge dame betritt die lobby, grüßt kollegen, macht sich auf den weg ins büro, viel glass usw. dort sitzt ihr vorgesetzter, grußtausch, sie stellt sich in die ecke. als der vorgesetzte das fenster öffnet, eilt sie schnell herbei, und legt gekonnt ihre fingerspitzen auf die herumliegenden papiere um wegfliegen zu verhindern. text erscheint neben ihr “Marion, 32. Beruf: Briefbeschwerer/in”. Es fällt im müller-milch-stil ein schild herunter “Vollbeschäftigung? Schwachsinn!”.

    das ganze geht natürlich noch mit anderem dummen zeug, leute die diverse möbel, gaderobe, schirmständer, immitieren z.B.

  2. 3967  am 16/2/07 um 00:47

    Herr Pascal, einwandfrei Theorie.
    Ich nehme an, das Ihnen doch leider die Mittel und Kontakte fehlen um die Idee zu verwirklichen.

  3. Zenzizenzizenzic Armee Fraktion  am 16/2/07 um 12:50

    Herr Pascal, dann sollte man vielleicht überlegen, ob man am Abend nicht wieder Verdunklungen per Stromabschalten einführt. Das hat dann auch den bekannten Nachts-sind-alle-Katzen-grau-Effekt und Mann und Frau sind dann weniger wählerisch, weil man eh nichts erkennen kann.

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