OTDS, SAFEE, TARMS

Fliegen wird in Zukunft noch viel mehr Spaß machen als ohnehin schon. Dank OTDS (Onboard Threat Detection System), SAFEE (Security of Aircraft in the Future European Environment), TARMS (Threat Assessment and Response Management System) ETC USW USF wird Fliegen demnächst noch spannender mit viel mehr Eingriffen in die marginalen Reste des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung.

Tiny cameras the size of a fingernail linked to specialist computers will be used to monitor the behaviour of airline passengers as part of the war on terrorism.
Fitted to seat-backs, the cameras will record every twitch or suspicious movement before sending the data to onboard software that will check it against individual passenger profiles. [...]
A separate microphone will record speech, including whispers; Islamic suicide bombers whisper texts from the Koran in the moments before they explode bombs.
The software being developed by the scientists will be so sophisticated it will be able to take account of nervous flyers or people with a natural twitch, helping to ensure there are no false alarms.

Da man sich derzeit auch in der Luftfahrt im Krieg gegen den Terrorismus befindet, passt es, daß der Rüstungskonzern BAE Systems an den ganzen Überwachungsphantasien beteiligt ist. BAE leistet sich mit Catherine Neary auch einen Human Factors Specialist, was immer das sein mag.

SAFEE ist ein vierjähriges Joint-Venture-Projekt der EU-Kommission mit der Industrie. Schlappe 35,8 Millionen Euro (16,3 Millionen davon zahlen die EU-Bürger) kostet der Spaß, der natürlich unser aller Sicherheit dienen wird und noch viel mehr High-Tech involviert:

In addition, the SAFEE programme includes a chip based system which will match passengers to luggage, a biometric camera at check-in to verify passenger identity, an electronic nose to sniff out explosives before boarding and a secure cockpit biometric system which will recognise crew members by their fingerprints and check if they are opening the cockpit under duress.

[via entartete-kunst.com]

16 Kommentare

  1. 3967  am 15/2/07 um 04:48

    Nein danke Ich werde bestimmt
    nicht in so einem Flugzeug mitfliegen
    welches einen integrierten Macro-optischen-Televisor für jeden Flugterroristen (altmodisch:Fluggast)
    bereithält.

  2. missi  am 15/2/07 um 10:06

    Eigentlich wär es doch recht spannend, nun zum kollektiven Koranmurmeln im Flugzeug aufzurufen. :o)

  3. Zenzizenzizenzic Armee Fraktion  am 15/2/07 um 10:14

    Das ist eine gute Idee, Frau Missi. Wir lernen alle ein paar Brocken Arabisch (muß nicht aus dem Koran sein, jemand, der kein Arabisch beherrscht, merkt eh nicht den Unterschied, ob man nun ein Rezept für Schweinefleisch in Aspik oder eine Sure aufsagt), und fliegen kollektiv von A nach B und werden dabei viel Spaß haben. Vielleicht berichten dann sogar mal Massenmedien über dieses absurde Sicherheitsgehabe.

  4. Tony  am 15/2/07 um 10:26

    Ach, Fliegen ist eh umweltschädlich. In der MOPO habe ich ja heute früh zwangsweise in S-Bahn gelesen das aus der “schwarzen Merkel” jetzt die “grüne Angie” wird. Ist vielleicht eine Art sich für die Umwelt einzusetzen, indem man die Fluggäste vergrault…

  5. fellow passenger  am 15/2/07 um 10:45

    Ei, das ist ja famos. Da kann das System, sobald es einen Koranversflüsterer entdeckt hat, das Flugzeug gleich automatisch sprengen.

  6. Zenzizenzizenzic Armee Fraktion  am 15/2/07 um 11:04

    Na, na, Herr Fellow Passenger, jetzt haben Sie sich aber Wolfgang Schäubles feuchtem Traum angenommen. Noch ist das Indieluftsprengen durch das System bei Flugzeugen nicht erlaubt.

    Wer hat Sie denn gezwungen, die unsägliche MOPO lesen zu müssen, Herr Tony? Und warum nehmen Sie sich kein Buch für die S-Bahn mit. Z.B. Das Kapital oder meinetwegen auch den Koran oder ein Rezeptbuch mit Schweinefleischrezepten in Aspik.

  7. Tony  am 15/2/07 um 13:46

    Ach, die Bahnen sind ja heutzutage so voll, wenn da jemand eine Zeitung aufschlägt, man kann ja gar nicht mehr wegschauen. Ich bin ja eher ein höfflicher Mensch, ich lese nur wenn ich Platz dafür habe.

  8. fellow passenger  am 15/2/07 um 14:41

    Mitnichten, mein bester Herr ZAF, diese Systemfunktion macht ja den Einsatz der Streitkräfte im Inneren völlig überflüssig. Das ist er ohnehin schon, mögen Sie nun zurecht protestieren, aber so bricht dem rollende Arier mit dem Geldköfferchen sein Lieblingsargument für den Einsatz der Streitkräfte im Inneren weg.

  9. 3967  am 16/2/07 um 00:37

    Herr Tony da passen Sie aber lieber mal auf das
    Ihnen nicht das selbe passiert wie mir,

    vor 3 Wochen haben ein Bekannter und Ich in Berlin auf einem großem
    U-Bahnhof auf die U-Bahn gewartet.
    Mein Bekannter und Ich saßen auf der Bank.
    Neben meinem Bekannten stand ein PC-Tower den wir von A-B transportieren wollten.
    Ich saß aber mit etwas Abstand so das man nicht erkennen konnte das wir
    zusammen gehören.
    Da kamen aus heiterem Himmel 2 Typen
    angerannt und fragten dreist-neugierig
    was der PC gekostet hat, während der eine von
    ihnen den PC schon befingerte.

    Falls Sie es an dieser Stelle noch nicht bemerkt haben sollten, die beiden wollten,
    den PC Rauben (neumodisch Abziehen)!
    Als Ich aber aufsprang und selbstsicher
    in Ihrer ”Ghettosprache” mit ihnen Kontakt aufnahm ”Ey gibts hier ein Problem oder was”
    und mich vor den Tower stellte ”der ist nicht zu verkaufen.
    Waren die beiden erstmal überrascht,
    2 gegen 2 - und kein Anzeichen für Opferprofil,
    schlechte Erfolgschance für die Zwei.
    Der eine zog ein Messer und dann verschwanden Sie nach dem Motto wir sind trotzdem stärker,
    oder wie man es fachlich sagt: Rückzug ohne Gesichtsverlust (für die Kleinkriminellen)

    Ich muss ja nicht erwähnen das das vor laufender
    Kamera geschah UND natürlich KEIn Sicherheitspersonal kam.
    Und selbst die Öffentlichkeit (viele Leute! direkt neben uns) hat die Zwei nicht gestört, wahrscheinlich weil niemand eingreift,
    Ist ja alles Kameraüberwacht!
    Polizei?
    Nichts da! aus Erfahrung weiß ich (3 Anrufe) das die
    Polizei erst nach 30 Minuten eintrifft.

    Was Ich damit sagen will,
    Höflichkeit den Falschen gegenüber in der U-Bahn kann unter Umständen
    gefährlich werden, hätte Ich nicht gewusst
    wie man in deren Stil spricht und sich verhält,
    können Sie sich denken.
    Gewisse Dinge zur eigenen Sicherheit sollte man auch parat haben.

    Hat zwar nur zu 66% mit Ihren Eintrag zu tun,
    viel mir aber gerade zum Thema ein.

    3967

  10. Tony  am 16/2/07 um 01:49

    Ich hatte ja auch schon in meiner Phantasie mir ausgemalt, die Zeitung zu packen und zu zerreissen. Als Dienst an der Gesellschaft. Aber ich fürchte ich hätte das Gegenteil erreicht…

    Die Kameras auf den Bahnsteigen sind meist nur zur Kontrolle beim Einsteigen (durch den Zugführer), die Kameras in ÖPNV-Fahrzeugen zeichnen ausserdem, soweit ich weiss, ja auch nur auf. Da kann man also feststellen, wer jemanden erstochen oder weggebombt hat, nachdem es passiert ist. Mit sehr viel Fahndungsaufwand kann man solche Leute dann auch schnappen. Naja. Ich stand ja neulich in einem vollen Bus und fühlte mich, nachdem ich das dreckige halbe Dutzend Kameras an der Decke erspähte, wie in einem Viehtransporter, mit dem ganzen andern Schlachtvieh, sediert von Bild, heute-journal und wirtschaftlichen Sorgen. Und die Kameras nur zur Sicherheit, falls einer doch aufwacht und durchdreht.

    Das schlimme ist, wenn man mal in einer solchen Situation war, dann ist man leicht anfällig für mehr Sicherheit, mehr Überwachung, mehr sonstwas. Und wenn man beruflich mit sowas zu tun hat, sieht man Verbrecher nur noch an jeder Ecke.

    Ich glaube langsam das Datenschutz und Privatsphäre eine Angelegenheit der Vergangenheit sein werden. Die Digitale Technologie wird sich weiterentwicklen, jeder wird ein halbes Dutzend Überwachungsgeräte freiwillig mitsichführen. Und “Die Daten sind frei, niemand kann sie auf ewig encrypten”. Man sieht bei P2P&DRM das diejenigen die sich für eine Sicherung von Daten einsetzen scheitern, weil es nicht technisch nicht möglich sein wird für Datensicherheit zu sorgen. Es ist ein Aufbegehren des Gesetzgebers in manchen Bereichen (DMCA in den USA z.B.), wärend Datenschutz&Privatsphäre in anderen Bereichen langsam errodiert werden. Aber auf Dauer wird es keine Geheimnisse mehr geben, fürchte ich.

    Da frage ich mich, ob man dieses Moment nicht nutzen sollte um für eine Transparenz der Entscheidungsstrukturen nutzen sollte. Letztlich ist Demokratie ohne Transparenz, ohne Information eine Pharse. Die mit Macht, die muss man überwachen.

  11. Tony  am 16/2/07 um 10:20

    Streichen Sie Pharse, ersetzen sie mit Farce… Mir war es gestern nacht nicht möglich die Schreibweise dieses kleinen Wortes herauszufinden, manomanoman…

  12. Zenzizenzizenzic Armee Fraktion  am 16/2/07 um 12:58

    Jemand der auf Datenschutz pocht, wird bald ein lebendes Fossil sein, so eine Art Quastenflosser der Informations- und Überwachungsgesellschaft.
    Die Kameraüberwachung in den Hamburger S-Bahnwagen finde ich auch gänzlich unerträglich. Vor allem hat man kaum Alternativen, wenn man den ÖPNV nutzen möchte. Der HVV sollte mal Fahrpläne anbieten, auf denen aufgelistet ist, wann man noch ungestört fahren kann, und wann man beobachtet wird.

  13. Tony  am 16/2/07 um 13:16

    Ich sehe den Digitalen Meteoriten schon auf mich zurasen. Aber wie gesagt, etwas Hoffnung besteht das er auch bestehende Machtstrukturen wegwischt. Die Mächtigen werden sich wehren, aber Geeks kennen sich nicht nur besser mit Technik aus, sondern haben meist auch ein moralisches Empfinden bei dem jeder Politiker sofort vor Scham im Boden versinken würde. Nutzen wir die Zeichen der Zeit, ergreifen wir die Waffen die gegen uns gerichtet werden: Nieder mit dem Datenschutz, es lebe der gläserne Politiker!

  14. Zenzizenzizenzic Armee Fraktion  am 16/2/07 um 13:50

    Daß Politiker vor Scham im Boden versinken halte ich für ein Gerücht. Erstens schweben die eh im Raumschiff Berlin oder Brüssel in luftigen Höhen fernab jeglichen Bodenbezugs und zweitens haben die einfach keinen Scham. Nicht mal Charme. Pun intended!

  15. Carl  am 16/2/07 um 13:55

    So ist das mit der Überwachung. Aber lassen sie mal eine Kippe auf dem Bahnsteig fallen, schon rücken die mit Hundertschaft und Hundestaffel an. Man muß ja schließlich Prioritäten setzen.
    Stellen Sie sich nur einmal vor welcher wirtschaftliche Schaden der Bahn AG entstehen könnte, weil der Überwachungsspezialist statt mit potentiellen Schwarzfahrern gerade mit Ihren !Privatangelegenheiten! beschäftigt ist, Herr 3967!

  16. 3967  am 16/2/07 um 17:41

    Herr Carl, dafür habe Ich vollstes Verständnis,
    das das Sicherheitspersonal keine Zeit für
    die Persönliche Sicherheit des einzelnen hat,
    man muss ja schließlich die Bevölkerung schützen!

    Das ist aber nur so weil deren Hilfe,
    bis jetzt immer zuspät kam.
    Daraus muss man seine Schlüsse ziehen.
    Man muss eben in der Lage sein wenn es drauf ankommt auch low-level-kommunikation zu beherrschen.

    Ich wollte damit sagen viele Leute,
    denken garnicht daran mal in solch eine Situation zu kommen.
    Ich weiß nicht welche Stadt schlimmer ist
    Hamburg oder Berlin, ist aber auch eigentlich
    egal wo man Überfallen wird.
    Wenn man öffentliche Verkehrsmittel nutzt,
    empfehle Ich sich mental und praktisch mal darauf einzustellen mal in eine ähnliche Situation zu kommen.
    Dann ist die Chance gleich höher,
    heil oder besser aus der Situation wieder rauszukommen als wenn man als überraschtes gelähmtes Opfer dasteht.
    Es wird einem sehr wahrscheinlich niemand helfen.
    Gewalt ist zwar eigentlich ein Mittel,
    was man als intelligenter Mensch eher ablehnt,
    aber es ist äußerst fahrlässig diese Sprache nicht zu sprechen.
    Die Kriminalität wird steigen dar kann man sich sicher sein.
    Dafür sorgen schon die Armutskampagnen der Politiker…

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