Christliche Offensive

Da lebt man nun im 21. Jahrhundert und die Menschheit wird immer noch durch verschiedene Religionen unterdrückt und mir erscheint kein Haß so tiefgehend wie der Haß verschiedener Religionen aufeinander. Damit das auch in Deutschland so bleibt, rufen CDU-Politiker nun zu einer christlichen Offensive auf.

Führende CDU-Politiker haben am Wochenende zu einer Art christlichen Offensive in Deutschland aufgerufen. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble empfahl den Menschen christlichen Glaubens, dabei von den Muslimen zu lernen. Der sächsische CDU-Fraktionschef Fritz Hähle forderte die deutschen Christen zum “Marsch durch die Institutionen” nach dem Vorbild der 68er Generation auf.

Daß ausgerechnet Politiker der Partei dazu aufrufen, die das C nur noch aus historischen Gründen im Namen hat, ist dann eher so eine Art Treppenwitz der Geschichte. Auch Wolfgang Schäuble, der nach eigenen Angaben kein blindwütiger Sicherheitsfanatiker sei, wünscht sich ein Wiedererwachen der Christen in Deutschland.

Wenn die Christen beklagen, dass die Muslime ihren Glauben aktiver leben, dann sollten sie sich an die eigene Nase fassen. Ich bin überzeugt: Das muslimische Leben in Deutschland kann vielfältige positive Impulse für Christen in diesem Land haben. Zum Beispiel die Erkenntnis, dass es gut ist, wenn der Mensch seinen Glauben lebt. Religiöse Amusikalität ist kein Ausweis von Modernität.

Im gleichen FAZ-Interview sagt Deutschlands Sicherheitsfanatiker Nummer Eins auch noch etwas zur Verfassung:

Die Verfassung muss nicht nur bei Sonnenschein, sondern auch bei Sturm Bestand haben. Und die Ergänzung unserer Verfassung ist, wenn es sich als notwendig erweist, in unserem Grundgesetz vorgesehen. Nur so kann verhindert werden, dass die Verfassung im Fall einer Krise zerbricht. Deswegen lasse ich mich nicht diffamieren, als sei ich einer, der das Grundgesetz beugen will. Da muss sich niemand Sorge machen. Dieses Grundgesetz wird von dem dafür zuständigen Innenminister sehr ernst genommen und für gute wie für schwierige Zeiten bestens geschützt.

Was Herr Schäuble allerdings plant, ist keine Ergänzung, es sind gravierende Änderungen, die den Geist des Grundgesetzes ad absurdum führen. Abgesehen davon haben wir keinen “Sturm” - mal abgesehen von dem von Schäuble und Co. entfesselten. Wie abgehoben Schäuble schon ist, zeigt sich darin, daß er am Ende von sich in der dritten Person spricht.

3 Kommentare

  1. pascal  am 22/4/07 um 21:49

    Bis zum Plural ist es folglich nicht mehr weit.

  2. Ben  am 22/4/07 um 22:35

    Pluralis mMjestatis…
    oder Dissoziative Identitätsstörung?
    Oder weiß er vielmehr sehr genau, dass seine Nachfolger auf seiner Linie weiteragieren werden?

  3. 3967  am 22/4/07 um 23:42

    Ich war lange am zweifeln, aber Sie haben mich überzeugt, wenn Schäuble abhebt, dann nimmt
    Schäuble irgendeine Substanz zu sich - entweder eine Droge oder ein psychoaktives Medikatent bzw. Schmerzmittel mit halluzinogenen/psychoaktiven Nebenwirkubgen !

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