Linktipps (Sonntag, 30. September 2007)

Beispiel Hartz IV: Bis September 2007 hat ein Hartz-IV-Empfänger mit einem Regelsatz von 347 Euro danach rund 16 Euro seiner Kaufkraft verloren. Er konnte also 4,6 Prozent weniger Waren und Dienstleistungen erwerben, als es im Januar 2004 der Fall gewesen wäre, als der Satz offiziell berechnet wurde.
“Für jemanden, der ohnehin knapp bei Kasse ist, ist das besonders schmerzhaft”, sagt der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider. “Ein reicherer Haushalt würde einfach nur weniger sparen.” In einem Brief, der der “Welt am Sonntag” vorliegt, fordert Schneider deshalb Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) auf, den Regelsatz auf 364 Euro im Monat zu erhöhen. Für die Zukunft müsse Hartz IV an die Teuerung statt an die Renten gekoppelt werden. “Sonst werden die Betroffenen unter die Armutsgrenze gedrückt”, meint Schneider.

Ich ging eigentlich davon aus, daß man als Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes so wie Herr Schneider eigentlich wissen sollte, daß Hartz IV schon von Anfang an die Betroffenen “unter die Armutsgrenze gedrückt” hat. Aber vielleicht verwendet Herr Schneider ganz andere Kriterien als z.B. die EU.


Spengler: Warum gibt es immer noch kein richtiges Antidoping-Gesetz?
Schäuble: Weil der Gesetzgeber das alleine nicht machen kann. Der Gesetzgeber kann Straftatbestände formulieren, das haben wir getan, da gilt dann notwendigerweise immer das Prinzip der Unschuldsvermutung.

Ach, kommen Sie, Herr Schäuble, sonst haben Sie und die anderen Parlamentarier es doch auch nicht mit der Unschuldsvermutung, man denke da an die Vorratsdatenspeicherung. Und für Sportler soll die auf einmal wieder gelten? Und seit wann kann der Gesetzgeber alleine keine Gesetze mehr machen?

Richtig lustig wird das Interview aber, wenn es um Innere Sicherheit und Überwachung geht. Schäuble und auch sonst keiner will angeblich “irgend etwas von Überwachungsstaat” in Deutschland. Und vor allem Ziercke und Harms drängen den armen Schäuble.

So wie der Präsident des Bundeskriminalamtes oder auch die Generalbundesanwältin das wieder und wieder sagen, die ja geradezu flehentlich die Politik bitten: Schafft uns eine klare gesetzliche Grundlage im eng begründeten Ausnahmefeld. Niemand in Deutschland will doch irgend etwas von Überwachungsstaat, sondern es geht darum, wenn andere Mittel versagen und wenn wirklich Anzeichen für schwere Gefahren, schwere Anschläge auf unser Land bestehen, so wie wir das ja in dem Fall, der vor einigen Wochen bekannt geworden ist, haben, dann gegebenenfalls aufgrund richterlicher Entscheidung die Möglichkeit zu haben …

Überhaupt ist die Politik nur der ausführende Arm der Sicherheitsbehörden und der Bundesanwaltschaft. Denn da sitzen die wahren Experten zum Thema Onlinedurchsuchung. Da sollten Journalisten und Politiker sich nicht anmaßen, eine eigene, abweichende Meinung zu haben. Vom einfachen Bürger ganz zu schweigen.

Die Bundesanwaltschaft, die Generalbundesanwältin Frau Harms, wenn die alle sagen, und die Chefs der Landespolizeien entsprechend, und international gibt es auch keinen Zweifel, wir brauchen in Ausnahmefällen diese Möglichkeit, dann finde ich, sollten sich nicht Politiker und vielleicht auch nicht Journalisten gewissermaßen zu größeren Experten machen und sagen, das braucht man gar nicht.

Der Deutschlandfunk-Moderator Jochen Spengler scheint mir allerdings ein wenig in der Vergangenheit zu leben. Er behauptet allen Ernstes: “Wir haben derzeit keinen Krieg, gottlob, und anders als im kalten Krieg ist Europa vereinigt.” Sicher, Deutschland hat keiner anderen Nation offiziell den Krieg erklärt, aber dennoch ist die Bundeswehr in Kriege verwickelt und nicht zu vergessen, der Krieg gegen den internationalen Terrorismus, an dem auch Deutschland fröhlich teilnimmt.

Laut Artikel 18 des Grundgesetzes kann man Grundrechte unter bestimmten Bedingungen verwirken. Die Verwirkung und ihr Ausmaß werden durch das Bundesverfassungsgericht ausgesprochen.
Die Verwirkung des Grundrechts auf den Kernbereich der Privatheit sprechen nach Schäubles Vorstellungen allerdings die Sicherheitsbehörden eventuell mit der Hilfe eines einfachen Richters aus.

Und der hat eben durch sein Tun den Schutz seines Kernbereichs insoweit ein Stück weit relativiert.

Sehr verfassungsgemäß erscheint mir diese Anmaßung von Herrn Schäuble, daß ein Terrorismus-Verdächtiger sein Grundrecht auf Privatheit durch Handlungen, deren er nur verdächtigt wird, verwirkt, nicht.


Die von der Regierung verlangte Änderung zielt darauf ab, die Berichte über Brutalitäten der japanischen Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg abzumildern, wie dies seit einiger Zeit von konservativen Historiker angestrebt wird.

Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten – wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten –, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit.


Das Vereinigte Königreich ist ja eh das US-Amerika Europas. Nun stellt man fest, daß bald mehr Menschen inhaftiert sind als Gefängnisplätze vorhanden sind.

Derzeit sind 81 133 Menschen im Vereinten Königreich in Haft, das sind nur rund 1000 unter der Kapazitätsgrenze.

Abhilfe sollen nun Schiffe als Gefängnisse schaffen. Das hat natürlich den Vorteil, daß so ein Schiff auch mal einfach mit der ganzen Besatzung untergehen kann…

Der norwegische Strafvollzug ist da doch um einiges durchdachter.


Naegleria fowleri ist die perfekte Terrorwaffe das perfekte Mordinstrument. Einfach eine Suspension davon in eine Sprühflasche füllen und die Leute so ansprühen, daß der Sprühnebel in deren Nase gerät. Von dort aus findet N. fowleri ganz allein den Weg ins Gehirn und quasi einen reich gedeckten Tisch vor. Da es einige Tage dauert, bis die Amöben das Gehirn anknabbern, und wohl vielen Ärzten der Erreger der PAM/PAME (Primäre Amöben-Meningoencephalitis/Primary amoebic meningoencephalitis) hierzulande gänzlich unbekannt ist, wird wohl kaum jemand die Beziehung zum Naegleria fowleri-geschwängerten Sprühnebel herstellen.


Ich wünsche keiner Frau, dass sie Kuh genannt wird.”

Das wird Kuh Ledesma aber sicher nicht freuen, daß sie keiner mehr mit Vornamen anreden soll.

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