Aus der Abteilung “Wo Bertelsmann überall involviert ist”:
Zum 1. April 2008 übernimmt die Groove Attack GmbH, Köln, 100 Prozent der Anteile an der rough trade Distribution GmbH, Herne von arvato services. Zum gleichen Zeitpunkt lagern Groove Attack und rough trade ihre Logistik und das Debitorenmanagement mit langfristigen Verträgen an arvato services aus. Das Manufacturing übernimmt die Sonopress GmbH.
(Zitat aus einer Pressemeldung von Groove Attack via E-Mail)
Daß Arvato bisher Inhaber der rough trade Distribution GmbH war, war mir völlig unbekannt. Sonopress ist natürlich ein weiteres Bertelsmann-Unternehmen. So verdient Bertelsmann nicht nur zusammen mit Sony als Sony BMG im Musikmarkt, sondern auch bei den sogenannten Indies kräftig mit.
Zweitausendeins arbeitet übrigens auch mit einem Bertelsmann-Unternehmen, der arvato logistics services, zusammen, wie ich neulich den AGB entnehmen konnte.
In der oben zitierten Pressemitteilung gibt es auch noch einen schönen Bullshit-Bingo-Abschnitt:
So profitiert Groove Attack von der integrierten Vertriebsstruktur der rough trade mit Verkaufsleitung, Key Account Management, Außendienst, Telesales und professionellem Vendor Managed Inventory-System sowie dem optimal eingespielten Labelmanagement.
Im phlegmatischen Deutschland herrschen für das Kapital geradezu traumhafte Zustände, hierzulande wurde eine Ausweitung der Lebensarbeitszeit bzw. eine Rentenkürzung ohne Proteste hingenommen. Anders sieht es in Griechenland aus.
Mit der ganzen, über Monate angestauten Wut Athener Müllarbeiter bekam es die bewaffnete Staatsgewalt am Mittwoch zu tun. Tausende Streikende demonstrierten im Stadtzentrum gegen die sogenannte Rentenreform, die die konservative Regierung unter Premier Kostas Karamanlis durchsetzen will. Diese sieht unter anderem eine Ausdehnung der Lebensarbeitszeit um zwei Jahre vor und sollte – auf Betreiben der EU in Brüssel – ursprünglich bereits im vergangenen Jahr durchgesetzt werden.
Wenn sich die aktuelle Bundesregierung mit etwas auskennt, dann sind es Verfassungs- und Rechtsbrüche.
Während der Bundestag noch über eine personelle Ausweitung des Afghanistan-Mandats der Bundeswehr debattiert, werden am Hindukusch Fakten geschaffen. Nach junge Welt vorliegenden Informationen überschreitet die Bundeswehr in diesen Tagen bewußt die vom Parlament beschlossene Zahl der maximal in Afghanistan einzusetzenden Soldaten, und zwar deutlich. Laut Mandat des Bundestages dürfen derzeit maximal 3500 deutsche Soldaten gleichzeitig am Hindukusch stationiert sein. Wie junge Welt am Mittwoch erfuhr, sind in den kommenden sechs Wochen allerdings 3744 Soldaten der Bundeswehr in Afghanistan im Einsatz. Die zuständigen Wehrexperten der im Bundestag vertretenen Parteien sind vom Verteidigungsministerium über den Rechtsbruch informiert worden, aber zum Schweigen verpflichtet.
Für die geplante Grundgesetzänderung zur Ratifizierung des Vertrags von Lissanbon liegt jetzt auch ein Gesetzesentwurf der Einheitspartei CDUCSUSPDFDPGrüne vor. Geändert werden sollen die Artikel 23, 45 und 93 des Grundgesetzes.
Das hat aber jetzt etwas länger gedauert als ich dachte. Nach dem Tabakwerbeverbot hatte ich eigentlich damit gerechnet, daß ein Alkoholwerbeverbot auf dem Fuße folgt. Aber erst jetzt fordert eine Arbeitsgruppe des Drogen- und Suchtrates ein Alkoholverbot.
Die Facharbeitsgruppe “Suchtprävention” des Drogen- und Suchtrates fordert weitreichende Verbote für Alkoholwerbung. In einem Strategiepapier, das HORIZONT.NET vorliegt, fordert der Rat die Verabschiedung eines “Alkoholwerbekontrollgesetzes, mit dem auf dem Verordnungswege Alkoholwerbung in den Medien untersagt werden kann, die über Produktinformationen hinausgeht”.
Imagewerbung wäre damit de facto kaum noch möglich. “Auf längere Sicht sollten Alkoholwerbung ganz aus Fernsehen und Kino verbannt und Sponsoringmaßnahmen der Alkoholindustrie vollkommen unterbunden werden”, heißt es weiter in dem “Strategiepapier für ein Nationales Aktionsprogramm zur Alkoholprävention”.
Transportiert die CIA immer noch Gefangene in Geheimgefängnisse in Europa? Jedenfalls ist immer noch merkwürdige Boeing 737 mit der Nummer N-34315 in Europa unterwegs.
Sechs Millionen Deutsche arbeiten nach Darstellung des Europäischen Gewerkschaftsbunds (EGB) für einen Bruttolohn von maximal sechs Euro pro Stunde. “Der Exportweltmeister Deutschland ist eines der Länder, das besonders stark vom Problem der Armutslöhne betroffen ist”, sagte EGB-Experte Ronald Janssen am Mittwoch in Brüssel.
Demnach bekämen in West-Deutschland Niedriglohn-Arbeiter 6,86 Euro pro Stunde, im Osten 4,86 Euro. Der mittlere Stundenlohn eines Industriearbeiters liege mit rund 25 Euro viel höher. Der deutsche Niedriglohnsektor umfasse 22 Prozent aller Beschäftigten. Das sei ein Rekord auf dem Kontinent und ähnlich hoch wie die 25 Prozent Niedriglohn-Arbeiter in Großbritannien und den USA.
Na endlich ist Deutschland, das China Europas sozusagen, mal bei irgendwas Spitze, zwar nur bei der Ausbeutung der Arbeitskräfte, aber immerhin. Der Europäische Gewerkschaftsbund könnte aber beizeiten mal seine Webseite designtechnisch etwas aktualisieren. Keine Hintergrundfarbe definiert und angefressene Trennbildchen (das sieht man jetzt nur, wenn man einen nicht-weißen Hintergrund in den Browserstandardeinstellungen wählt).
Der eine oder andere erinnert sich bestimmt noch an die Vorwürfe gegen die Firma Birkel, diese hätte für die Nudelproduktion befruchtete und angebrütete Eier verwendet. Diese Behauptung führte Anfang der 90er Jahre zu einem 12,8 Millionen Mark schwerem Vergleich und seitdem sind staatliche Untersuchungsämter extrem schüchtern, was die Nennung von Namen bei Produktbeanstandungen oder -warnungen angeht. Nun gibt es allerdings einige neue Erkenntnisse, die nahelegen, daß Birkel seinerzeit wohl doch nicht so ganz frische Eier verwendet hatte.
Wie der stern berichtet, hatten jedoch rheinland-pfälzische Fahnder bereits 1989 bei einer Durchsuchung in Stuttgart Belege dafür gefunden, dass Birkel “verdorbene Eiprodukte zu Teigwaren verarbeitet hatte”. Im Institut eines Sachverständigen, der Birkel einen Persilschein ausgestellt hatte, waren sie unter anderem auf mehrere Schmutz- und Brutei-Gutachten gestoßen. In ihrem Ermittlungsbericht [...] hielten die Fahnder unter anderem fest: “Spätestens seit 1984 war dem Sachverständigen (…) und den Verantwortlichen der Firma Birkel bekannt, dass die Zuliefererfirma van Loon befruchtete und bebrütete Eier zur Herstellung der Ei-Suppe mit verwendete.” Ferner heißt es: “Der Beweis, dass die Firma Birkel vor der Pasteurisation verdorbene Eiprodukte zu Teigwaren verarbeitet hatte (insbesondere 7-Hühnchen Eierteigwaren), ist durch die Vielzahl der Gutachten mit Beanstandungscharakter erbracht.” Obwohl diese Ermittlungsergebnisse spätestens am 6. Juni 1990 der Staatsanwaltschaft Stuttgart vorlagen, wurden sie von der Landesregierung im Birkel-Zivilprozess nie genutzt, wie der stern weiter berichtet.
Ist denn heuer schon der 1. April?
In Kansas hat die Polizei eine 35-Jährige ins Krankenhaus gebracht, deren Haut einen WC-Sitz umwachsen hatte. Ihr Freund wunderte sich lediglich, dass sie so lange im Bad war- nämlich ganze zwei Jahre.
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