Bürgerarbeit is the new Sklavenarbeit

Die als weitere neoliberale Maßnahme zur allgemeinen Lohnabsenkung geplante Bürgerarbeit (schon mal hier und hier kurz erwähnt), offenbart sich als wahres Wunschkonzert für Unternehmen, um fast sämtliche soziale Errungenschaften zu umgehen.

Man setzt vor allem darauf, dass “im niedrig entlohnten und gering qualifizierten Bereich” neue Arbeitsplätze entstehen, und hofft offenbar darauf, die Schwarzarbeit zurü+ckdrängen zu können, weil dann die “Bürgerarbeit” ja keine regulären Arbeitsplätze verdrängen würde. “Bürgerarbeit” soll nicht nur von “öffentlichen oder gemeinnützigen Akteuren”, sondern auch von der Privatwirtschaft angeboten werden. Gezahlt werden dürften nur Löhne in Höhe der Grundsicherung, nicht aber eine tarifliche und ortsübliche Entlohnung. Auch Kombilohnmodelle oberhalb der Grundsicherung seien nicht “zielführend”. Um die Arbeitslosen für die “Bürgerarbeit” zu profilieren, in abgestuften Maßnahmen zu überwachen und eventuell mit Qualifizierungsmaßnahmen zu begleiten, aber auch um die Arbeitsgeber zu kontrollieren, nicht dauerhaft auf Kosten normaler Arbeitsplätze “Bürgerarbeiter” zu beschäftigen, dürfte ein erheblicher bürokratischer Aufwand entstehen. Schön ist auch für Arbeitgeber, dass sie die mit der Bürgerarbeit geleisteten Produkte und Dienstleistungen zu Mindestpreisen anbieten müssen, um den Wettbewerb nicht zu verzerren. Das dürfte den Profit steigern.

Daß der Wirtschaft billige Arbeitskräfte vom Staat zugeführt werden, gab es in Deutschland schon mal, damals wurden diese meist interniert und mußten bis zum Umfallen arbeiten. Das paßt aber prima zum heraufziehenden Neo-Faschismus in Deutschland.

Und bei Fefe gibt’s noch ein paar Infos zum Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA). Fefe meint “Arme kaufen keine Zeitungen und Bücher.” Das mag stimmen, aber Bertelsmann macht sein Geld schon lange nicht nur mit dem Verkauf mit Zeitungen und Büchern. Man braucht sich nur anschauen, was das Tochterunternehmen Arvato so alles treibt, dann weiß man wo Bertelsmann die Profite der Zukunft sieht.

2 Kommentare

  1. otti  am 28/5/08 um 21:00

    Bürgerarbeit klingt besser als Sklavenarbeit (s. Goebbels bzw. Propaganda).

  2. otti  am 28/5/08 um 21:16

    Was das Anbandeln von Würzburgs ehemaliger CSU-Oberbürgermmeisterin Beckmann mit Arvato betrifft, hat sie das wohl ihr Amt gekostet.
    Die Bürger haben die Schnauze von dem neoliberalen Unsinn gestrichen voll.

Kommentieren

Kommentare mit mehr als 10 Links werden moderiert. Zum Speichern des Kommentars geben Sie bitte in das dafür vorgesehene Feld ZAF ein.