Einsparungen von über 100 Millionen Euro dank Bundesmelderegister

Über ein geplantes Bundesmelderegister hatte ich schon im Februar 2008 berichtet. Jetzt gibt es einen neuen Vorstoß der CDU, künftig bisherige Ausweisdaten, Anschrift, Geschlecht, Religionszugehörigkeit, Familienstand, elektronische Bürgeradresse, Hochzeitstag- und ort, Doktorgrad, Geburtstag, Todestag, aktives und passives Wahlrecht, Erfassung zum Wehrdienst, Waffenerlaubnis, Erteilung sprengstoffrechtlicher Erlaubnis, Steueridentifikations- nummer und viele andere Datensätze mehr in einem Bundesmelderegister zusammenzufassen. Ziel sei die “Versorgung der Behörden und sonstiger öffentlicher Stellen des Bundes durch regelmäßige Datenübermittlungen”. Als ob mit dem geplanten Einkommensnachweis ELENA, einem geplanten Verfahren zur individuellen Zeitdatensammlung (”Stechuhr für alle“), Steueridentifikations- nummer und der Vorratsdaten- speicherung ein Mangel an einer Versorgung der Behörden mit Daten bestünde. Dank der Arbeitszeiterfassung erfahren sogar mehr Behörden als nötig, wann der arbeitende Bürger wann wo anwesend (oder eben nicht anwesend) war. Denn der Arbeitgeber speichert diese Daten, leitet die an die Krankenversicherung weiter, die diese an die Rentenversicherung berichtet, die dann endlich die eigentlich zuständige Unfallversicherung informiert.

Vollständige Bewegungsprofile per Knopfdruck zu erstellen, sollte zukünftig also kein Problem mehr darstellen. Aber es ist natürlich nur zu unser aller Besten und soll außerdem über 100 Millionen Euro einsparen helfen, so zumindest der CDU-Abgeordnete Clemens Binninger, Mitglied im Bundestags-Innenausschuss.

3 Kommentare

  1. Blogwart  am 27/6/08 um 13:07

    Diese so genannte CDU macht ganz schönen Druck. Hätte ich meinen letzten Artikel ein paar Tage später geschrieben, er wäre keine Satire mehr. So kann ich nicht arbeiten.
    Die Zeitdatensammlung in Zusammenspiel mit der Erstellung von Bewegungsprofilen finde ich sehr richtungsweisend. So kann der Tagesablauf jeder einzelnen Einheit Humankapital so optimiert werden, dass er der Produktion maximalst zugute kommt.

    Funktioniert die elektronische Bürgeradresse so ähnlich wie Google Mail? Bekommt man dann die auf den Inhalt der eigenen Mails passenden Sicherheitshinweise von Schäuble persönlich angezeigt? Oder Strafanzeigen: “In Ihrer Email wurde unpatriotisches Schriftgut festgestellt. Bitte begeben Sie sich in die vorgesehene Festnahmestellung und warten Sie auf die Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit. Vielen Dank”?

  2. Zenzizenzizenzic Armee Fraktion  am 28/6/08 um 10:06

    Arbeiten? Das nennen Sie arbeiten, Herr Blogwart? So eine Internettagebuchseite ist doch keine Arbeit. Arbeit ist nur das, was den Profit des Kapitals mehrt. Ihre subversiv-satirisch-links-kommunistisch angehauchten Elaborate dienen doch ganz klar einem völlig anderen Zweck. Welchen Zweck, ist mir zwar unklar, aber ich bin schon froh, daß mir um diese Tageszeit das Wortungetüm subversiv-satirisch-links-kommunistisch eingefallen ist.

    Ihre wertvollen Vorschläge zur elektronischen Bürgeradresse senden Sie am besten gleich an Herr Schäuble: wolfgang.schaeuble@bundestag.de.

  3. otti  am 1/7/08 um 19:10

    Jawoll, Stechuhren für die Politikerkaste!

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