Der Große Vorsitzende der ZAF liest ein Buch

Der Große Vorsitzende ist nicht nur der Welt bekanntester Ökostalinist, ein Schwarzseher von Geburt an, Deutschlands attraktivster Mann, im Ausland beliebt und verehrt, ein Synonym für feinste Chocolade und vielleicht Deutschlands next great leader; nein, der Große Vorsitzende kann auch lesen.

Womit wir auch gleich bei der neuen Nebenbeschäftigung des Großen Vorsitzenden sind: The World’s Greatest Master Of Mental Mystics. Vorlage war einmal mehr ein Plakat von Alexander, the Crystal-Seer, während der Hintergrund des obigen Bildes ein abgewandeltes Logo von Zafpol ist (wenn mich schon keiner zitiert, dann mache ich das eben selbst).

6 Kommentare

  1. SuMuze  am 24/7/08 um 10:58

    Das freut mich, Herr ZAF. Lesen bildet, heißt es. Und, richtig, was Sie da so ehrfürchtig in den Händen halten, ist ein Buch, und das Weiße darin sind Seiten. (Zu den dunklen Krakeln darauf kommen wir in der nächsten Woche!)

    Aber warum dieser angeklebte Bart? Oder ist er nur retuschiert? Kaschiert er ein schwaches Kinn? Die peinlichen Reste pubertärer Akne? Und dieses schwarze Sakko! Unmöglich!!

    Probieren Sie doch einmal ein fröhliches, buntes Aloha-Hemd - alle Herzen werden Ihnen zufliegen, und der ganze faule Zauber dieses düsteren Ököstalinismus fällt von Ihnen ab wie ein Nachtmahr.

  2. Zenzizenzizenzic Armee Fraktion  am 24/7/08 um 12:09

    Krakeln? Sie meinen bestimmt die Buchstaben, Frau SuMuze, oder? Obwohl es auch ein Bilderbuch sein könnte. Oder ein Ausmalbuch mit Malen nach Zahlen.

    Der Bart ist natürlich nicht angeklebt, aber wie das ganze Bild in Photoshop bearbeitet, ich hatte da nur ein s/w-Photo als Ausgangsmaterial, das hatte ich nachkoloriert. Aber Ihre Frage nach der Echtheit des Bartes erinnert mich - wie könnte es anders sein - an einen Film mit dem von mir sehr verehrten William Powell (für Sie hingegen scheint Herr Powell ja mehr so eine Art Trauma für Erlebnisse mit schmierigen Männern zu sein - obwohl ich da z.B. Clark Gable in den 1930ern viel schmieriger finde als Herrn Powell in seinen Filmen. Jedenfalls gibt es im Film My Man Godfrey relativ am Anfang eine Szene, in der die dekadenten Reichen sich im Waldorf-Ritz treffen, um die Trophäen einer merkwürdigen Schnitzeljagd (z.B. Affen, Ziegen, Goldfische) zu präsentieren, darunter auch ein forgotten man, gespielt von William Powell.

    Der linke Herr, Mr. Guthrie, ist übrigens Franklin Pangborn, der meist auf Rollen als Hotelangestellter, Bediensteter u.ä. aboniert war und z.B. auch mit W.C. Fields in International House (in dem Film singt übrigens Cab Calloway Reefer Man - aber das war auch anno 1933, also pre-Code; 1934 wurde in Murder at the Vanities mit dem Song Sweet Marijuana nochmals dem Hanf gehuldigt, danach war das dann nur noch Teufelszeug. Und weil ich hier eh gerade vom Hundersten ins Tausende komme, der Film Jewel Robbery mit Kay Francis und William Powell lohnt sich auch wegen der “lustigen” Zigaretten, die Herr Powell als Juwelendieb z.B. an Polizisten verteilt), The Bank Dick (da spielt er J. Pinkerton Snoopington, einen Bankrevisor) und Never Give A Sucker An Even Break. Jedenfalls entwickelt sich folgender Dialog zwecks Bartprüfung:

    Mr. Guthrie: “Do you mind if I ask you a personal question?”
    Godfrey: “If it isn’t too personal.”
    Mr. Guthrie: “Are those whiskers your own?”
    Godfrey: “No one else has claimed them.”
    Mr. Guthrie: “I must ask that question because one group tried to fool the committee the other part of the evening by trying to put false whiskers on one of their own group. May I, uh…may I, uh…”
    Godfrey: “What? - Oh it’s a pleasure.”

    Ach, und wieso meinen Sie eigentlich, der Ökostalinismus sei düster?

  3. fellow passenger  am 25/7/08 um 00:43

    Und da dachte ich, Große Vorsitzende, tragen nur große, altmodische Sonnenbrillen und sammeln Farbfilme auf VHS, wenn Sie nicht gerade Atombombendetonationen zu simulieren versuchen, Herr ZAF.

  4. Zenzizenzizenzic Armee Fraktion  am 25/7/08 um 01:08

    Mir scheint, Herr Fellow Passenger, Sie hängen da völlig veralteten Vorstellungen an, was Große Vorsitzende angeht. Das kann natürlich auch daran liegen, daß es nicht mehr so viele Große Vorsitzende gibt, da neigt man sicherlich eher zu Varallgemeinerungen. Das geheimnisvolle Nordkorea ist eben nicht überall.

    Meine Sonnenbrille ist schon vor langer Zeit kaputt gegangen, die war aber auch nicht allzu groß und so altmodisch auch nicht. Farbfilme fand ich schon lange vor meiner Zeit als Großer Vorsitzender der ZAF langweilig und sammele lieber s/w-Filme. Und statt simulierter Atombombendetonationen widme ich mich lieber dem Meteorismus, da knallt’s wenigstens richtig.

  5. SuMuze  am 25/7/08 um 19:57

    Ihr schwarz-weisses Wissen beeindruckt mich, Herr ZAF, zumindest seine kinematographischen Aspekte. Als Grundlage weltanschaulicher Entscheidungen bevorzuge ich ein facettenreiches grau-in-grau. Das zum Ökostalinismus.

    Bartszenen liebe ich, Bärte allerdings weniger, außer bei Witzen, da ich die meistens ohnehin nur allmählich verstehe. Mein persönlicher Favorit ist Herr Lubitsch und sein Film ‘Sein oder Nicht-Sein’ und darin insbesondere die seltsam untragische Figur des ‘Konzentrationslager Erhards’, eines glücklosen Sturmbannführers, dem die Warschauer Widerstandsbewegung in Gestalt einer durch Unfähigkeit und Eifersucht zusammen geschweißten Schauspielertruppe das Leben schwer macht. Unter anderem mittels eines falschen Bartes, der sich im Lauf der Handlung unversehens verdoppelt und besagten Sturmbannführer Erhard damit aufs Glatteis führt. Es fragt sich bei jedem Bart halt: sein oder nicht sein?

    Angesichts ihres Zugeständnisses der Bilderfälschung wollen wir, um damit nun zu schließen, die Frage nach ihrer Attraktivität als Mann doch besser zurückstellen. Als Schwarzseher aber will ich sie gerne voll und ganz anerkennen.

  6. fellow passenger  am 25/7/08 um 20:01

    Manche modernen Entwicklungen gehen an mir einfach vorbei, wie es scheint, verehrter Herr ZAF. Insofern bin ich beruhigt, daß Sie zumindest dem Meteorismus treu bleiben, der ja bekanntlich ein Klassiker der Branche ist.

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