Glänzende Geschäfte für alle zu den Olympischen Spielen

Sport interessiert mich noch weniger als die Zucht von Silberfischchen oder eingeschlafene Fußnägel. Von daher ist mein generelles Interesse z.B. an den Olympischen Spielen, die demnächst in der Volksrepublik China stattfinden werden, sehr, sehr gering. Geradezu putzig finde ich aber jetzt die Massenmedien, die sich darüber echauffieren, daß in der VR China eine umfassende Zensur des Internets herrscht, aber andererseits kaum über ähnliche Bestrebungen in der EU und in Deutschland berichten. Liebe Massenmedien, berichtet doch einfach nicht über die Olympischen Spiele aus Peking/Beijing, das spart Kosten und läßt auch das chinesische Regime gar nicht erst in einem positiven Licht erscheinen - und würde mir fanatische Olympiaberichte über Anabolikawracks ersparen. Daß Megasportveranstaltungen gern zur Aufhübschung des internationalen Images auch und gerade totalitärer Staaten benutzt werden, dürfte spätestens seit den 1930ern bekannt sein.

Den Großunternehmen, die sich oft als nationale oder internationale Sponsoren dieser pseudosportlichen Farce, ist die Berichterstattung zusammen mit der politischen Elite natürlich im Sinne von panem et circenses mehr als recht. Das Volk hält die Klappe, muckt nicht auf und läßt sich bespaßen. Einzig die Sommerpause des Bundestages paßt dazu derzeit nicht so recht, denn so kann die noch geringere Aufmerksamkeit für politische Entscheidungen gar nicht so recht ausnutzen.

Natürlich dienen die Olympischen Spiele in China und die Zensur und Überwachung auch als eine Art Schaufenster für die Leistungsfähigkeit vor allem westlicher Unternehmen, die die notwendige Technolgie dafür liefern. Wie z.B. Ericsson und Nokia Siemens.

Das “Siemens Monitoring Center” weist ganz ähnliche Features auf. “Das Monitoring Center von Nokia Siemens Networks ist ideal, um alle gängigen Technologien zu überwachen und jeden anderen Kommunikationstyp der nächsten Generation ebenso”, preist der Hersteller sein System an.
Als zusätzliches Verkaufsargument gerade in totalitär regierten Staaten bietet Nokia Siemens zudem seine “Intelligence Platform” an, die das “Monitoring Center” integriert.
In einer Art Data-Warehouse für Geheimdienste werden von Verbindungsdaten aus Telefonienetzen und dem Internet - die nunmehr EU-weit vorgeschriebene Vorratsdatenspeicherung wird ganz oben angeführt - über Kreditkartenzahlungen und Banktransfers, Grundbuch, Kfz- und Melderegisterdaten bis hin zu Flugpassagier-, Fingerprint- und DNA-Informationen alle nur denkbaren Datensätze zusammengeführt.
Man vermarkte diese “Intelligence Solution” für Strafverfolger und Geheimdienste hauptsächlich im Nahen Osten, in der Region Asien-Pazifik und Europa, hieß es dazu von Nokia Siemens auf Anfrage von ORF.at.

Da weiß dann der noch im halbwegs freien Westen lebende Mensch, was ihn in Zukunft erwartet.

[Für das obige Bild habe ich frech einen Teil dieses Bildes geklaut, den Hintergrund etwas geändert und eine platte Botschaft dazu geschrieben. Für den internationalen Markt zur Abwechslung einmal in englischer Sprache.]

5 Kommentare

  1. pascal  am 1/8/08 um 15:23

    Herr ZAF, heißt es nicht “Free teh Internets”? Ihre neue internationale Readership könnte von zu viel korrekter Orthographie abgeschreckt werden.
    Evtl. noch ein “Long wall of china is looooong” und “Can I haz human righz?” dazu, dann kommt Kundschaft!

  2. Zenzizenzizenzic Armee Fraktion  am 1/8/08 um 15:39

    Herr Pascal, Sie verbringen zuviel Zeit im Internet! Und das auch noch auf fragwürdigen Seiten. Katzen haben sich Ihres Gehirns bemächtigt. Das ist fatal!

    Widmen Sie sich lieber der ökostalinistischen Orthographie und der ebenfalls bald erscheinenden ZAF-Bibel, das ist so eine Art Pendant zur Mao-Bibel, nur ohne Gelber-Fluß-Geschwafel.

  3. Zenzizenzizenzic Armee Fraktion  am 1/8/08 um 20:59

    Da ich gerade vor der Entscheidung stand, entweder ins Freßkoma zu fallen oder ein wenig produktiv zu sein, habe ich mich doch einmal Ihres Vorschlags angenommen, Herr Pascal. Hier haben Sie zwei Motive zur Auswahl. Damit will ich jetzt aber auch bei Boinboing oder so verlinkt werden!

     

  4. der Chef  am 5/8/08 um 18:02

    Ey, nix gegen Katzen oder Katzer, bittschön.
    Wir sind längs nich sonne blödgeschossene Population wie datt Ding, watt sich Mensch nennt.

  5. Zenzizenzizenzic Armee Fraktion  am 5/8/08 um 18:08

    Ich kenne nur Gernot Katzer…gegen den habe ich nichts. Aber Katzen? Das sind doch diese haarigen Toxoplamoseterroristen…voll mit biologischen Kampfstoffen.
    Ein Mensch, der Hunde, Katzen und kleine Kinder haßt, kann kein ganz schlechter sein, Herr Chef.

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