Die verrottete und verschuldete SPD
“Halten Sie die verrottete und verschuldete SPD (lange Pause) NPD aus dem Landtag heraus.”
SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier beim Wahlkampfabschluß der sächsischen SPD in Dresden

“Halten Sie die verrottete und verschuldete SPD (lange Pause) NPD aus dem Landtag heraus.”
SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier beim Wahlkampfabschluß der sächsischen SPD in Dresden
Der Begriff Parasit wird in der neoliberalen Diktion ganz im faschistischen Geiste gern für Menschen verwendet. Bisher beschränkte man sich dabei auf arbeitslose Menschen, also nach Meinung einiger Politiker auf “Organismen, die zeitweise oder dauerhaft zur Befriedigung ihrer Nahrungsbedingungen auf Kosten anderer Lebewesen – ihren Wirten – leben“.
Nun erreicht der Parasitiferismus allerdings eine neue Qualität, denn auch Menschen, die Arbeit haben, werden nun nicht mehr nur euphemistisch als Low Performer oder Minderleister bezeichnet, sondern direkt als Parasiten.
Faule Kollegen = Parasiten im Büro, konstatiert ein wahrscheinlich direkt von der INSM diktierter Artikel der Süddeutschen Zeitung.
“Normalleister” scheint es sowieso nicht mehr zu geben, entweder man ist ein Outperformer, Spitzenleister oder Leistungsträger oder eben ein minderleistender Parasit.
Dienst nach Vorschrift, also eigentlich die Erbringung der vertraglich vereinbarten Arbeitsleistung, reicht eben nicht mehr. Es muß bis zum Umfallen gearbeitet werden, weiter, schneller, höher, mehr leisten.
Um die verbliebenen, geneigten Leser vorzuwarnen: Aus mehr persönlichen Gründen werde ich wohl in ein paar Wochen für einen unbestimmten Zeitraum eher noch weniger hier (oder anderswo) schreiben und wenn, dann wohl eher weniger zu politischen Themen, da ich aus den erwähnten persönlichen Gründen derzeit generell (und nicht nur im Blog) etwas andere Schwerpunkte setze.
Ich hoffe, daß war jetzt kryptisch und enigmatisch genug, um ein wildes Rätselraten über meinen Geisteszustand loszutreten, das die ZAF-freie Zeit prima überbrücken kann, aber bitte nicht in den Kommentaren stattfindet.
Der rechtsfreie Chaosraum findet natürlich vor allem in den Fraktionen der Mitgliedsparteien der Großen Koalition statt, die sich nie scheuen, verfassungswidrige und bedenkliche Gesetze, die dem Geist der Verfassungs entgegenstehen, auf den Weg zu bringen und dann mittels Fraktionszwang im Bundestag durchzudrücken.
Politiker ebendieser Parteien sehen das natürlich völlig anders. Da ist der rechtsfreie Chaosraum vor allem das Internet. Wie beispielsweise für Ursula von der Leyen, die schon mal unverhohlen eine staatlich verordnete Zensur für diesen Internet-Chaosraum ankündigt:
Ihren Gegnern spricht sie gleichzeitig jegliche Kompetenz und Relevanz ab, indem sie die verniedlichend als junge Leute darstellt, die sich gerade die Hörner abstoßen und dabei schon mal übers Ziel hinausschießen, um dann irgendwann im sicheren Hafen der etablierten Parteien als weichgespülte, folgsame Mitläufer zu landen.
Da findet man dann auch Spitznamen wie Zensursula putzig und niedlich:
Was bei der Webseite der geliebten Bundesregierung noch als Satire gedacht war, scheint Frau von der Leyen wirklich so zu sehen.
Geschickt formuliert ist auch der letzte Teil des Interviews mit dem Abendblatt. Ohne direkt die Unschuldsvermutung zu umgehen, schafft Frau von der Leyen es doch, daß irgendwie ein Schmuddelimage bezüglich Herrn Tauss’ beim Leser hängen bliebt:
[via heise.de]